Ich bin in mein erstes Live-Pokerturnier spaziert – mit $200, einer vagen Vorstellung davon, wie Texas Hold'em funktioniert, und null Ahnung, was ein „Blind-Level“ oder eine „Bubble“ sein soll.
Vier Stunden später war ich draußen. Aber ich wusste genau, was jeder Begriff bedeutet, warum ich verloren habe und wann ich wiederkommen sollte.
Dieser Guide ist alles, was ich mir vor jenem Tag gewünscht hätte zu wissen – wie die Turnier-Struktur tatsächlich funktioniert, in welches Format du einsteigst, wie du dich registrierst, ohne planlos zu wirken, und wie sich Tag 1 Stunde für Stunde anfühlt.
Auf einen Blick
Was ist ein Pokerturnier? (Antwort in 30 Sekunden)
Kurze Antwort
Ein Pokerturnier ist ein Wettbewerb mit festem Startgeld: Alle zahlen dasselbe Buy-in, bekommen denselben Startstack und spielen, bis eine Person jeden Chip im Spiel hält. Eine Uhr hebt die Blinds an, deine Chips lassen sich mitten im Event nicht auszahlen, und am Ende bezahlt wird nur die Spitze des Feldes.
In einem Satz: In einem Cash Game sind deine Chips echtes Geld und du kannst jederzeit gehen. In einem Turnier ist dein maximaler Verlust in einem Freezeout exakt das Buy-in – mit Re-Entry und Add-on liegt er höher –, dafür spielst du um einen Anteil an einem viel größeren Prize Pool.
Dieser eine Unterschied verändert Chip-Wert, Blind-Druck und Strategie von Grund auf. → Volle Aufschlüsselung:
Pokerturnier vs. Cash Game – was solltest du spielen?
Wie hoch ist das Startgeld für ein Pokerturnier?
Kurze Antwort
Das Startgeld heißt Buy-in und ist immer zweigeteilt: Der größere Teil wandert in den Prize Pool, ein kleinerer Aufschlag bleibt als Gebühr beim Veranstaltungsort. Im DACH-Raum reicht die Spanne von rund €70+10 für ein Daily in der Spielbank Berlin bis €1.100 für ein CAPT-Main-Event in Österreich – dasselbe Spiel, zwei völlig verschiedene Preisklassen.
Wenn du dich registrierst, zahlst du ein Buy-in. Dieses Geld teilt sich auf zwei Wege auf:
| €109-Buy-in (geschrieben als „€100 + €9“) | Wohin es geht |
|---|---|
| €100 | → Prize Pool, geteilt unter allen Teilnehmern |
| €9 | → Hausgebühr (Rake), behält der Veranstaltungsort |
Im Gegenzug erhältst du einen Startstack – üblicherweise 10.000 bis 50.000 Turnierchips, bei einem Standard-Event meist 100–200 Big Blinds tief auf Level 1.
Dein Startstack hat keinen Bargeldwert. Ein Stack von 10.000 Chips entspricht nicht €10.000 – es ist nur dein Turnierleben. Wichtig ist einzig, ob du mehr Chips hast als die anderen Spieler, wenn die Geldränge erreicht werden.
Jedes Turnier veröffentlicht seine Struktur in einem Structure Sheet: Startstack, Blind-Levels, Level-Dauer, Ante-Schedule und Payouts. Frag am Registrierungstresen danach – es ist das nützlichste Dokument im Raum.
Wie funktioniert die Blind-Struktur im Pokerturnier?
Kurze Antwort
Die Blinds stehen nicht fest, sondern werden auf einer Uhr angehoben – live meist alle 20–40 Minuten, online deutlich kürzer. Deshalb misst du deinen Stack nie in Chips, sondern in Big Blinds: Dieselben 10.000 Chips sind auf Level 1 ein bequemer Stack und acht Level später ein Notfall. Diese Uhr erzwingt am Ende jede wichtige Entscheidung.
Genau das lassen die meisten Anfänger-Guides aus, und es ist das wichtigste mechanische Konzept in Turnieren.
| Level | Blinds | Antes | Dein 10k-Stack = |
|---|---|---|---|
| 1 | 25 / 50 | – | 200 Big Blinds |
| 3 | 75 / 150 | 150 | 67 Big Blinds |
| 6 | 200 / 400 | 400 | 25 Big Blinds |
| 9 | 500 / 1.000 | 1.000 | 10 Big Blinds |
Faustregel: unter 20 Big Blinds bist du im Push-or-Fold-Territorium. Unter 10 Big Blinds musst du fast jede spielbare Hand shoven – vor allem aus später Position oder dem Small Blind –, bevor die Blinds dich lebendig auffressen.
Wenn du dort ankommst, findest du die exakten Shove-Ranges in Short-Stack-Strategie – wann pushen oder folden.
Was sind Antes? Nach den frühen Levels fügen die meisten Turniere eine „Ante“ hinzu – ein extra Zwangseinsatz, der jede Hand zusätzlich zu den Blinds eingesammelt wird. In den meisten modernen Live-Events ist das eine einzelne „Big Blind Ante“ in Höhe eines Big Blinds, gezahlt vom Big-Blind-Spieler stellvertretend für den ganzen Tisch (deshalb entspricht die Ante-Spalte oben dem Big Blind). Das erhöht die Pot-Größe und beschleunigt das Spiel. Sobald die Antes einsetzen, schrumpfen deine Chips noch schneller.
Ganz neu bei den Blinds? Starte mit dem, was Small Blind und Big Blind wirklich sind – dann macht jede „BB“-Zahl oben klick.
Welche Phasen durchläuft ein Pokerturnier?
Kurze Antwort
Jedes Turnier läuft durch vier Phasen: frühe Levels mit tiefen Stacks, mittlere Phasen ab dem Einsetzen der Antes, die Bubble direkt vor den Geldrängen und den Final Table. Jede Phase verlangt eine andere Spielweise – wer die frühen Levels wie einen Final Table spielt, verliert Chips, die er später dringend braucht.
Phase 1 – Frühe Levels (100–200 BB tief)
Du hast Raum zu spielen. Spekulative Hände, Set-Mining, Flops sehen – alles vernünftig. Die meisten Anfänger spielen hier zu tight. Die Blinds sind billig; lerne den Tisch kennen.Phase 2 – Mittlere Phasen (30–60 BB)
Die Antes sind jetzt meist drin. Der Stack-Druck beginnt. Spieler mit Short Stacks fangen an zu shoven. Hier wird der Großteil des Feldes eliminiert.Phase 3 – Die Bubble
Die stressigste Phase. Eine Eliminierung mehr und alle Verbleibenden werden bezahlt (ITM = In The Money). Short Stacks erstarren. Big Stacks tyrannisieren. Kluges Spiel hier kann echte Equity bringen, ohne einen einzigen Pot zu gewinnen – die Bubble verdient einen eigenen Guide.Phase 4 – Final Table
Meist bleiben 6–9 Spieler übrig. Die Payouts steigen mit jeder Eliminierung stark an.
ICM (das Independent Chip Model) bestimmt hier die Entscheidungsfindung – Chip-EV und Real-Money-EV klaffen deutlich auseinander.Welche Arten von Pokerturnieren gibt es?
Kurze Antwort
Die acht Formate auf einem Turnier-Schedule unterscheiden sich in vier Punkten: ob du während des frühen Fensters Chips nachkaufen darfst (Freezeout gegen Rebuy und Re-entry), ob es Kopfgelder gibt (regulär gegen Bounty und PKO), ob der Preis Bargeld oder ein Sitzplatz ist (regulär gegen Satellite) und wie tief die Startstacks sind (Standard gegen Deepstack). MTT und SNG sagen dagegen nur, wie viele Tische laufen und ob es eine feste Startzeit gibt.
| Format | Wie es funktioniert | Am besten für |
|---|---|---|
| Freezeout | Ein Buy-in, kein Rebuy. Bust = raus. | Anfänger – feste Kosten |
| Rebuy / Re-entry | Zwei verschiedene Formate: beim Rebuy kaufst du Chips nach – nach einem Bust genauso wie (in vielen Events) schon dann, wenn dein Stack auf oder unter den Startstack fällt; beim Re-entry steigst du nach dem Bust komplett neu ein – beides nur während der frühen Levels | Aggressive Spieler mit größerer Bankroll |
| Bounty / KO | Kassiere ein festes Bounty in bar für jeden Spieler, den du eliminierst | Action-Spieler – Extra-Einkommen pro Knockout |
| PKO (Progressive KO) | Bounties wachsen mit jedem Knockout – ein Teil an dich ausgezahlt, ein Teil auf deinen Kopf addiert | High-Variance-Spieler mit großem Upside |
| Deepstack | Startstack deutlich über dem Standard-Event derselben Serie, dazu langsamere Levels | Spieler, die mehr Postflop-Spiel wollen |
| Satellite | Preis = Eintritt in ein größeres Turnier, kein Bargeld | Budget-Spieler mit Ziel Major-Events |
| MTT | Multi-Table Tournament – großes Feld über viele Tische | Jeder – das häufigste Format |
| SNG (Sit & Go) | Startet, wenn die Plätze voll sind (keine feste Startzeit) – meist 6–9 Spieler | Schnelles Spiel, keine Terminplanung nötig |
Die drei Format-Namen, die du am häufigsten auf einem Turnier-Schedule siehst, verdienen eine ordentliche Definition:
Was ist ein Freezeout-Pokerturnier?
Ein Freezeout-Pokerturnier gibt jedem Spieler genau ein Buy-in. Verlierst du deine Chips, bist du eliminiert – keine Rebuys, keine Re-entries. Es ist das ursprüngliche Turnier-Format und das beste für Anfänger, weil deine Gesamtkosten in dem Moment feststehen, in dem du dich registrierst.
Was ist PKO Poker? (Progressive Knockout)
Ein PKO (Progressive Knockout) ist ein Bounty-Turnier, bei dem typischerweise rund die Hälfte jedes Buy-ins in den regulären Prize Pool geht und die andere Hälfte zum Bounty auf dem Kopf dieses Spielers wird. Wenn du jemanden aus dem Turnier wirfst, kassierst du typischerweise einen Teil seines Bountys sofort in bar, und der Rest wird auf dein eigenes Bounty addiert – womit du zu einem größeren Ziel wirst, je mehr du gewinnst. Der genaue Split variiert je nach Seite und Event; 50/50 ist üblich, aber nicht überall, also prüf die Lobby oder das Structure Sheet. (Ein vollständiger PKO-Strategie-Guide kommt bald in dieses Cluster.)
Was ist ein Deepstack-Pokerturnier?
Ein Deepstack-Pokerturnier startet dich mit deutlich mehr Chips im Verhältnis zu den Blinds als das Standard-Event derselben Serie und kombiniert das meist mit längeren Blind-Levels. Einen genormten Schwellenwert gibt es dafür nicht – „Deepstack“ ist immer eine relative Angabe. Rechne im Structure Sheet nach, wie viele Big Blinds dein Startstack auf Level 1 wert ist, und vergleiche ihn mit den 100–200 BB eines Standard-Events. Mehr Chips und eine langsamere Uhr bedeuten mehr Postflop-Spiel, mehr Raum, um einen Fehler zu korrigieren, und längere Tage.
Was ist mit Rebuys und Add-ons? In einem Rebuy-Event kannst du während eines festgelegten frühen Zeitfensters nachkaufen – in vielen Events immer dann, wenn dein Stack auf oder unter dem Startstack liegt, ohne vorher busten zu müssen; ein Add-on ist ein einmaliger optionaler Chip-Kauf, der meist angeboten wird, wenn dieses Fenster schließt. Danach spielt sich das Event wie ein Freezeout aus.
Was ist ein Satellite-Pokerturnier?
Kurze Antwort
Ein Satellite ist ein kleineres Turnier, dessen Preis kein Bargeld ist, sondern ein Eintrittsticket in ein größeres, teureres Event. Du zahlst einen Bruchteil des eigentlichen Buy-ins und spielst um Sitzplätze statt um Auszahlungsränge. Wie viele Plätze vergeben werden, ergibt sich am Ende der Anmeldung aus der Teilnehmerzahl – manche Satellites garantieren die Sitze aber schon vorab.
Beispiel:
- •WSOP-Main-Event-Buy-in: $10.000
- •Satellite-Buy-in: $500 (20 Spieler)
- •Preis: 1 Sitzplatz ins Main Event
Verkettete Satellites gehen sogar noch tiefer. Ein $5-Super-Satellite → $55-Qualifier → $215-Event → ein $1.050-Online-Main-Event. Viele Spieler bei Major-Events sind über eine Satellite-Kette für einen Bruchteil des direkten Buy-ins eingestiegen.
Satellite-Strategie unterscheidet sich vom regulären Turnierspiel – aber nur, wenn mehrere Plätze vergeben werden. Sobald dein Stack in einem Mehrplatz-Satellite für einen Sitzplatz reicht, hör auf, Risiken einzugehen, und folde sogar gute Hände. Im Beispiel oben mit nur einem Sitzplatz gilt das Gegenteil: Bei Winner-take-all entspricht dein Geldanteil exakt deinem Chipanteil – da musst du bis zum letzten Chip akkumulieren.
Wie melde ich mich für ein Pokerturnier an?
Kurze Antwort
Es gibt drei Wege hinein: direkt am Registrierungstresen des Veranstaltungsorts, online im Voraus über die Plattform des Events oder über einen gewonnenen Satellite. Für alle drei brauchst du einen gültigen Lichtbildausweis – ohne Ausweis kommst du an keinem Tresen an einen Tisch. Alles Weitere unterscheidet sich nur im Ablauf.
Option A: Direktes Buy-in im Casino (am einfachsten)
1. Finde den Registrierungstresen des Poker Rooms (oder den Turniertresen bei größeren Events) 2. Zeige gültigen Lichtbildausweis + Loyalty-Karte, falls erforderlich 3. Zahle das Buy-in in bar, mit Chips oder Karte 4. Erhalte deine Seat Card (Tischnummer + Sitznummer) 5. Geh zu deinem Tisch, gib die Seat Card dem Dealer, erhalte deine Chips 6. Zähle deinen Startstack, bevor du deine erste Hand spielst – Fehler passierenOption B: Online-Vorregistrierung
Die meisten großen Live-Festivals lassen dich vorab online registrieren:- •Richte ein Konto auf der Plattform des Events ein (z. B. die WSOP-LIVE-App für die WSOP, die „Events“- und „Live“-Tabs in der PokerStars-Lobby für EPT/APPT-Events)
- •Zahle das Buy-in online
- •Komm zum Veranstaltungsort → Ausweisprüfung → Seat Card an einem Kiosk drucken oder am Tresen abholen
- •Spart die Registrierungsschlange – lohnt sich für große Events
Option C: Satellite-Qualifier
- •Finde Satellite-Turniere online (PokerStars Power Path, GGPoker WSOP-Satellites) oder vor Ort
- •Gewinne das Satellite → erhalte ein Seat-Ticket für das Zielevent
- •Komm zum Registrierungstresen des Main Events → zeige Ticket + Ausweis → erhalte die Seat Card
Du spielst in Asien? Sieh dir den APT Incheon 2026 Guide für den Schedule, die Buy-ins und den Registrierungsablauf eines echten Festivals an.
Wo finde ich Pokerturniere in meiner Nähe?
Kurze Antwort
Regelmäßige Turniere laufen in Deutschland vor allem in den Spielbanken – Berlin spielt täglich, Schenefeld bei Hamburg zweimal die Woche. Mehrtägige Festivals gibt es hierzulande dagegen kaum: Die großen Serien mit deutschem Namen finden über der Grenze im tschechischen Rozvadov statt, dazu kommt die CAPT in Österreich.
Deutschland – die Spielbanken spielen, die Festivals fehlen
Die dichteste Auswahl hat die Spielbank Berlin am Potsdamer Platz: Dort läuft an jedem Tag der Woche ein Turnier, das günstigste am Dienstag.
| Tag | Turnier (Spielbank Berlin) | Buy-in |
|---|---|---|
| Montag | Survivor | €85 + 15 |
| Dienstag | Early Bird | €70 + 10 |
| Mittwoch | 4 Card PLO | €85 + 15 |
| Donnerstag | One Re-Entry | €105 + 15 |
| Freitag | Freeze-Out | €150 + 20 |
| Samstag | Bounty Hunter | €200 + 20 |
| Sonntag | Rapid Deep | €85 + 15 |
Nordrhein-Westfalen: drei Häuser – aber nur eines mit belegtem Poker-Angebot. Im bevölkerungsreichsten Bundesland betreibt die MERKUR SPIELBANKEN NRW GmbH drei Spielbanken. Poker als Ring- oder Turnierspiel ist davon nur an einem Standort belegt:
| Standort in NRW | Was das Haus selbst dazu sagt |
|---|---|
| Dortmund-Hohensyburg | Hohensyburgstraße 200 – „Roulette, Black Jack und Poker sowie moderne Slots“, So–Do 11–3 Uhr, Fr/Sa bis 4 Uhr |
| Duisburg | Im CityPalais neben der Mercatorhalle – nach eigener Angabe „das mit Abstand besucherstärkste Casino im Land“ – Poker steht dort nicht im Spielangebot (geprüft 13.08.2026) |
| Aachen | „Deutschlands einzige Spielbank in einem Fußballstadion“ – mitten im Tivoli. Poker erscheint dort nur als Bankspiel (Poker Heads Up Hold'em), nicht als Ring- oder Turnierspiel |
Bayern: neun Spielbanken – und keine davon steht in München. Die Staatliche Lotterie- und Spielbankverwaltung betreibt neun Häuser im Freistaat; München ist keines davon. Deshalb heißt die Turnierseite des Betreibers auch „Die besten Pokerturniere um München“. Am nächsten liegen Bad Wiessee am Tegernsee und Garmisch-Partenkirchen.
| Haus | Startgeld | Ablauf |
|---|---|---|
| Bad Wiessee | 110 € (90 € + 10 € SBPM + 10 € Taxe) | Check-in 17:15 Uhr, Turnierbeginn 18:00 Uhr |
| Garmisch-Partenkirchen | 110 € (100 € + 10 €) | Check-in ab 18:30 Uhr, Turnierbeginn 19:30 Uhr |
- •11. Auflage, Ranglistenturniere in allen neun Häusern
- •100.000 € garantiertes Preisgeld, Finalticket im Wert von 1.000 €
- •mindestens zwei Ranglistenturniere pro Haus und Monat · Startstack mindestens 100 Big Blinds · 90% Ausschüttung
- •Die Qualifikationsturniere enden spätestens am 6. September 2026. Das Finale läuft vom 23. bis 25. Oktober 2026 in der Spielbank Feuchtwangen
Große mehrtägige Festivals sind in Deutschland dagegen die Ausnahme. Das SBPM-Finale über drei Tage ist eines – wer eine ganze Serie über eine oder zwei Wochen spielen will, fährt über die Grenze. Genau deshalb steht der Rest dieses Abschnitts im Ausland.
Tschechien – warum die deutschen Serien in Rozvadov laufen
Das King's Resort in Rozvadov liegt direkt hinter der bayerischen Grenze, rechnet in Euro ab und ist von München über A9, A93 und A6 in rund zwei Stunden erreichbar. Dort – nicht in Deutschland – finden die Serien mit den deutschen Namen statt:
| Serie 2026 | Termin | Main-Event-Buy-in | Garantie |
|---|---|---|---|
| GPT German Poker Tour | 01.–06.09. | €140 + €50 Bounty | €300.000 |
| King's Million European Poker Championship | 16.09.–06.10. | Super ME €1.150 / Mini ME €250 | €10.000.000 (Festival) |
| German Poker Days „Mystery Bounty“ | 07.–11.10. | €124 + €75 Bounty | €300.000 |
| German Poker Masters €1MILLION | 20.–30.11. | €285 | €1.000.000 |
| German Poker Days | 02.–06.12. | €199 | €400.000 (Festival), Main Event €300.000 |
Österreich und Schweiz
In Österreich läuft Turnierpoker in den Casinos Austria. Ihre eigene Tour heißt CAPT. Bis Jahresende stehen fünf Stationen an:
| CAPT-Station 2026 | Termin | Main-Event-Buy-in |
|---|---|---|
| Graz | 22.–27.09. | €500 + 50 |
| Seefeld | 07.–11.10. | €1.000 + 100 |
| Bregenz | 15.–25.10. | €1.100 |
| Innsbruck | 02.–08.11. | €1.000 + 100 |
| CAPT Million Baden | 19.–30.11. | €500 + 50 |
⚠ Nicht verwechseln: Das Casino Baden der CAPT liegt bei Wien. Das Grand Casino Baden in der Schweiz ist ein anderes Haus – und dort fand am 31. Mai 2026 zum letzten Mal ein Turnier statt, während des Umbaus werden keine angeboten. Gespielt wird in der Schweiz stattdessen im Grand Casino Luzern, dessen Poker Circle Swiss Masters im Dezember mit der Championship Week endet (Main Event CHF 800 + 80).
Wie spielt man ein Pokerturnier Phase für Phase?
Kurze Antwort
Turnierstrategie ist im Kern eine Funktion deiner Stacktiefe – dieselbe Hand ist mit 100 BB ein Call und mit 15 BB ein Shove. Tief spielst du um Chips, flach spielst du ums Überleben, und sobald die Payouts in Reichweite sind, zählt nicht mehr der Chipgewinn, sondern was ein Platz nach oben tatsächlich auszahlt.
Ein Beitrag kann keine vollständige Turnierstrategie lehren – dafür gibt es die Cluster-Guides – aber hier ist das Skelett Phase für Phase, an dem jeder gewinnende Plan hängt:
Frühe Levels (100 BB+): Spiele tightes, positionsbewusstes Poker und sieh billige Flops mit Händen, die große Paare knacken können. Ein disziplinierter Starthand-Chart verhindert die meisten Anfänger-Katastrophen. Bluffe deinen Stack nicht in der ersten Stunde weg – auf Level 1 foldet niemand.
Mittlere Phasen (30–60 BB): Antes machen jeden Pot wert, umkämpft zu werden. Openraise leichter aus später Position, stiehl Blinds, verteidige deinen Big Blind öfter und fang an zu tracken, wer an deinem Tisch short ist.
Short Stack (unter 20 BB): Push-or-Fold übernimmt – die Mathematik hier ist im Wesentlichen gelöst, und Raten kostet echtes Geld. Lerne die Shove-Ranges in der Short-Stack-Strategie.
Bubble und Final Table: Survival-Mathematik überholt Chip-Mathematik. Payout-Druck verändert, welche Hände du spielen kannst – die Bubble- und ICM-Guides, die im Phasen-Abschnitt oben verlinkt sind, decken genau ab, wie.
Wie läuft Tag 1 eines Pokerturniers ab?
Kurze Antwort
Rechne mit einem langen Tag. Zwischen Registrierungsöffnung und dem Platzen der Money-Bubble liegen im Beispiel unten rund zwölf Stunden, unterbrochen von einer Dinner-Pause. Die entscheidenden Marken sind der Schluss der Late Registration – erst dann steht die Feldgröße fest – und der Beginn des Hand-for-Hand-Spiels kurz vor den Geldrängen.
Das erzählt dir kein anderer Guide. Hier ist eine realistische Tag-1-Timeline für einen Live-€300-Freezeout mit 12-Uhr-Startzeit:
Wie wird das Preisgeld im Pokerturnier verteilt?
Kurze Antwort
Bezahlt wird nur die Spitze des Feldes, und die Verteilung ist stark kopflastig. Wer als Letzter ins Geld kommt, nimmt meist das Anderthalb- bis Zweifache seines Buy-ins mit; der Sieger holt je nach Feldgröße 8 bis 30% des gesamten Prize Pools. Genau dieses Gefälle macht die letzten Plätze so viel wertvoller als den Min-Cash.
Typische Struktur: Die Top 10–15% des Feldes werden bezahlt.
| Feldgröße | Bezahlte Spieler | Min-Cash (typisch) | 1. Platz (typisch) |
|---|---|---|---|
| 100 | ~13 | 1,5–2× Buy-in | 25–30% des Prize Pools |
| 500 | ~60 | 1,5–2× Buy-in | 20–25% des Prize Pools |
| 2.000 | ~250 | 1,7–2,2× Buy-in | 13–18% des Prize Pools |
| 10.000 | ~1.200 | 1,5–2× Buy-in | 8–12% des Prize Pools |
- •Prize Pool: $4.592.000 ($3.200 jedes Buy-ins gehen in den Pool – der Rest ist die Fee)
- •Bezahlte Spieler: 180 (~12,5% des Feldes)
- •Min-Cash: rund 1,83× das Buy-in
- •1. Platz: $662.200 (~14% des Prize Pools)
Turnier-Glossar – Begriffe, die du an Tag 1 hörst
Diese 13 Begriffe decken das meiste ab, was du am Tisch hörst. Für das vollständige A bis Z siehe das Poker-Glossar.
| Begriff | Was er bedeutet |
|---|---|
| ITM | In The Money – du hast eine bezahlte Position erreicht |
| Bubble | Die Phase direkt vor ITM – eine Eliminierung, bis alle cashen |
| Hand-for-Hand | Alle Tische spielen während der Bubble eine Hand nach der anderen, um Verzögern zu verhindern |
| Structure Sheet | Das offizielle Dokument, das Blind-Levels, Antes und Payouts auflistet |
| Chipleader | Der Spieler mit den meisten Chips |
| Short Stack | Ein Spieler mit sehr wenigen Chips im Verhältnis zu den Blinds |
| Shove / JAM | All-in gehen (deinen ganzen Stack in die Mitte schieben) |
| Late Reg | Late-Registration-Fenster – du kannst nach dem Turnierstart einsteigen |
| Re-entry | Nach dem Busten erneut einkaufen (nur während des Late-Reg-Fensters) |
| Satellite | Ein Qualifier-Turnier, bei dem der Preis ein Sitzplatz in einem größeren Event ist |
| PKO | Progressive Knockout – Bounty-Turniere, bei denen der Preis wächst |
| ICM | Independent Chip Model – ein mathematisches Framework für den Turnier-Chip-Wert |
| Min-Cash | Die niedrigste Payout-Position – das Minimum, das du fürs Erreichen der Payouts verdienst |



